Feldmusik Hochdorf
Samstag, 19. Mai 2012    

Es ist 03:24 Uhr, die FMH sagt:    
Schon auf oder immer noch wach?    

Geschichte der Feldmusik Hochdorf

Die 1895 gegründete Feldmusik Hochdorf kann auf eine erlebnisreiche Geschichte mit vielen musikalischen Erfolgen zurückblicken. Nach über 100 Jahren Vereinsbestehen kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Die Serie aussergewöhnlicher Konzerte soll auch in Zukunft weiter geführt werden. Auch machten wir uns überregional einen Namen mit den Evolutionsprogrammen in der Marschmusik. Die zahlreichen Erfolge unserer Konzert- und Marschmusikdarbietungen begeisterten uns und tausende von Besuchern.

Vorgeschichte
Schon vor der Gründung, in der Zeit vor 1837 leitete Pfarrer und Dekan Häfliger eine respektable Musik. Nach dessen Tod wurde seinem Nachfolger im Pfarrhof ein Ständchen gebracht. Dieser aber schickte seine Köchin zur Musik und bat, man möchte doch aufhören mit dem Spiel, da dies die Herren nicht gern hörten. Leider gibt das Archiv keine Auskunft über den Grund dieser Bitte! Die Musikanten gingen aber verärgert auseinander und die Musik löste sich auf.

Die Gründung
Vor über 100 Jahren dann entschied die Eisenbahn über wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Hochdorf. Mit der Seetalbahn siedelten sich auch Industrie und Gewerbe an, ein Casino und sogar ein Schauspielhaus entstand. Nicht zufällig fällt nebst der Gründung des Männerchors auch die Gründung der zwei Musikvereine in diese Zeit.

Das Gründungsprotokoll beginnt mit dem Satz: ?Zum Zwecke der Hebung des musikalischen und gesellschaftlichen Lebens gründete sich am 29. September 1895 aus den drei Gemeinden Hochdorf, Hohenrain und Römerswil ein Verein unter dem Namen Feldmusik Hochdorf.?

Der erste Vorstand setzte sich aus einem Arzt, drei Lehrern, dem Gemeindeschreiber und dem Direktor Xaver Amrein zusammen. Heute dürfen Mitglieder aus allen Berufsrichtungen im Vorstand mitarbeiten.

Instrumente und Uniformen und deren Preise
Die ersten Instrumente wurden in Deutschland für 1'458 Mark gekauft. Am 7. und 21. Juni 1896 fanden die ersten Konzerte statt. Leider wurden von diesen Konzerten noch keine Tonaufnahmen erstellt?

Und bereits 1897 wurde die 1. Uniform in Empfang genommen. Sie bestand aus einem Uniformrock, einer Fangschnur, einem Käppi mit Feder, einer Mütze, einem Leibgurt mit Musikalientasche und einem Säbel, über dessen Verwendung in den Archiven nichts nach zu lesen ist.

1911 wurde die zweite Uniform zu einem Stückpreis von Fr. 80.- gekauft. 1931 kostete die dunkelblaue Uniform bereist Fr. 182.-. Die schwarze Uniform von 1953 kostete bereits Fr. 290.- und die rote von 1974 mit zwei Hosen kostete Fr. 615.-.

Zum Vergleich kostete die aktuelle Uniform aus dem Jahr 1997 ca. Fr. 1700.- pro Stück. Auch die Musikinstrumente wurden etwas teurer in den letzen hundert Jahren. So kostet heute eine ? wohl auch bessere ? Klarinette rund 50 mal mehr.
Eine Teuerung, die bei den Eintrittspreisen nicht ganz so stark statt gefunden hat. Sonst würde heute der Eintritt in ein Konzert der Feldmusik Hochdorf Fr. 50.- kosten, was wir durchaus für angemessen halten würden...

Das Vereinsleben
Die Gründung erfolgte durch 34 Aktiv- und 3 Passivmitglieder. Schon in den Anfangszeiten war das Vereinsleben sehr aktiv. Wer zu spät an der Probe erschien, zahlte Fr. 0,20 in die Vereinskasse. Im Jahr 1902 wurde dann die Statuten etwas grosszügiger ausgelegt: Jedes Mitglied erhielt an der Probe einen halben Liter Most gratis! Ob dieser Paragraf in die erstellten Statuten wieder aufgenommen wurde wird an dieser Stelle nicht verraten.

1923 zählte man 184 Vereinszusammenkünfte, was 3,5 Proben und Anlässe pro Woche ergibt! In den letzten 10 Jahren wurde die zeitliche Belastung für die Mitglieder kleiner, wir haben im Durchschnitt noch ca. 70 Vereinszusammenkünfte.

1976 wurde vom damaligen Dirigenten Alfred Lauber eine vereinseigene Jugendmusik gegründet. Heute musizieren die jungen Musikschüler in der Jugendmusik der Musikschule Hochdorf. Zur selben Zeit wurde auch eine vereinseigene Tambourengruppe gegründet, welche 12 Jahre später aber aufgelöst wurde.

Bis ins Jahr 1964 fand das Konzert der Feldmusik jeweils am schmutzigen Donnerstag mit Restaurant Kreuz statt. In den folgenden Jahren wird an diesem Datum jeweils ein Maskenball organisiert. Den ersten Maskenball organisierte die Feldmusik schon im Jahr 1906. Bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhundert ? also noch knapp vor der Gründung der Guggenmusiken beteiligten sich die Musikgesellschaften jeweils an den Fasnachtsumzügen. So marschierten die strammen Männer 1967 als Frauen verkleidet in Miniröcken mit. An der GV im gleichen Monat wurde beschlossen, dass auch Mädchen in den Verein aufgenommen werden können.
Zur Zeit spielen im Verein 15 Frauen mit. Und mit dem Einzug von Frauen in die Feldmusik hat ab und zu auch Amor im Probenraum einen Platz gefunden. Nach einer nicht offiziellen Zählung sind aus vereinsinternen Liebesbeziehungen bisher 13 Kinder geboren worden. Diese vereinsinterne Nachwuchsförderung ist eher langfristig ausgerichtet...

Konzerte im Wandel der Zeit
1896 fand das erste Konzert statt, ab 1900 wurden nach den Konzerten jeweils noch komische Stücke (Lustspiele) aufgeführt. Aus dem Jahr 1924 existieren die Inserate für das Fasnachtskonzert und das Herbstkonzert im Saal des Hotel Kreuz. Der Eintritt betrug jeweils Fr. 1,50 und während den Konzerten wurde jedermann angehalten, das Rauchen zu unterlassen.
......

Musik- und andere Feste
Bereits in den ersten Jahren unternahm die Feldmusik diverse Ausflüge und nahm an Wettspielen teil. Erstmals bereits 3 Jahre nach der Gründung am 3. kantonalen Musikfest in Willisau. Der Geselligkeit wurde schon damals einen grossen Stellenwert beigemessen. Schon in den ersten Jahren kamen die Musikanten in den Genuss von Ausflügen mit der Eisenbahn, mit Fuhrwerken oder 1914 eine erste Autofahrt nach Baden. Wohl jeder Schweizer Pass wurde in den letzten 110 Jahren schon einmal von der Feldmusik überrollt...

1948 organisierte die Feldmusik erstmals die Kilbi in Hochdorf. Es gab Schnurziehen, Glücksfischen, ein Frühschoppenkonzert, humoristische Einlagen, Schnitzelbänke und ab 14.00 Uhr Tanz. Aus der ersten Kilbi resultierte ein Gewinn von Fr. 2878,67.

1926 fand zum ersten Mal ein kantonales Musikfest in Hochdorf statt. Es beteiligten sich 39 Sektionen. 1950 waren beim Musikfest in Hochdorf 36 Vereine angemeldet.

Am 14. kantonalen Musikfest 1938 in Willisau konnte die Feldmusik erstmals in der 1. Klasse den 2. Schlussrang feiern. In der Marschmusik erreichte sie (mit dem Punktemaximum) den ersten Rang. Diese Tradition der guten Ränge in der Marschmusik pflegen wir auch 67 Jahre später noch!

Die Erfolge mit unserem aktuellen Dirigenten Andre Koller aus jüngster Zeit lassen sich blicken:
- 2000 Kantonales Musikfest, Kriens,
    1. Rang Marschmusik mit Evolutionenprogramm
- 2001 Erste professionelle CD-Produktion
    "Best of Feldmusik Hochdorf"
- 2002 Zürcher Kantonales Musikfest, Dietikon,
    Festsieg Marschmusikwettbewerb
    2. Rang Kategorie Unterhaltungsmusik
- 2005 Kantonales Musikfest in Nottwil
    Festsieg Marschmusikwettbewerb
    8. Rang Konzertstücke                   
- 2006 Eidg. Musikfest Luzern
    1. Rang Marschmusik mit Evolutionen
- 2006 Gewinner des goldenen Schafbock, Einsiedeln
- 2007 Wettbewerb um den Deutschlandpokal in Alsfeld DE
    1. Rang Konzertwettbewerb Blasorchester
    1. Rang Konzertwettbewerb über alle Klassen
                 (Ehrenpreis Bundesland Hessen)
    2. Rang Marschparade
- 2008 Aargauer Kantonalmusikfest Bremgarten
   1. Rang Marschmusik mit Evolutionen
   2. Rang Konzertwettbewerb U-Musik
- 2008 Kolossales Konzert im KKL Luzern
   2 Aufführungen mit über 3100 begeisterten Zuhörer
- 2009 22.Bernisches Kantonalmusikfest Büren a.A.
   1. Rang Konzertwettbewerb mit 343 Pkt.
   1. Rang Marschmusik mit Evolutionen mit 115 Pkt.
- 2010 Luzerner Kantonales Musikfest Willisau
   1. Rang Marschmusik mit Evolutionen mit 53.6 Pkt.
   6. Rang Konzertwettbewerb mit 185.3 Pkt.
  
Quelle: Archiv der Feldmusik und Chronik von Othmar Burkard, 1995